Neugestaltung der Schranne

BAD KÖNIGSHOFEN

Regina Vossenkaul BAD KÖNIGSHOFEN

Der Keltenfürst muss bald umziehen

Alternative: Sollte der Bau des Fahrstuhls im vorderen Teil des Museums nicht genehmigt werden, könnte das hintere …

Die Erneuerung des Konzepts und der Exponate im Archäologischen Museum, einer Zweigstelle der Archäologischen Staatssammlung München, wurde voriges Jahr beschlossen. Innerhalb des ungefähren Zeitrahmens war die Neueröffnung nach dem Umbau im Jahr 2016 anvisiert worden, zunächst geht es jedoch in diesem Jahr um die baulichen Grundlagen, für die Stadt und Landkreis zuständig sind.

„Bei den Haushaltsberatungen für 2015 muss ein entsprechender Betrag eingeplant werden“, sagt Bürgermeister Thomas Helbling. Er rechnet insgesamt mit einer sechsstelligen Summe als Eigenanteil. Weil es mehrere Varianten der Umgestaltung und Optimierung des Gebäudes (Schranne) gibt, lassen sich die Kosten nicht genau vorhersagen. In einer Sitzung mit Vertretern von Landkreis, Stadt und Archäologischer Staatssammlung wurden im Oktober nur einige grundsätzliche Entscheidungen gefällt. Die Schranne ist ein ehemaliger Getreidespeicher des Klosters Wechterswinkel und entstand in ihrer heutigen Form im Jahre 1693.

Mathias Will ist der zuständige Ansprechpartner der Archäologischen Staatssammlung für die Zweigmuseen. „Die kommunalen Partner sorgen für die Hülle, wir für den Inhalt“, erklärt er. Man muss sich jedoch abstimmen. Wie er mitteilt, wurde zunächst festgelegt, dass ein barrierefreier Eingang mit Zugang zu einem Fahrstuhl von der Martin-Reinhard-Straße aus, links vom Haupteingang eingebaut werden soll. Voraussetzung ist eine Zustimmung des Amtes für Denkmalschutz und eine positive statische Prüfung.

Das Haus soll rollstuhlgerecht gestaltet werden, wie es bei allen Modernisierungen von öffentlichen Gebäuden üblich ist. Im Dachstuhl ist ein Stuhl- und Materiallager vorgesehen. Klimatechnisch muss aufgerüstet werden, nicht nur weil es im Keller Belüftungsprobleme gibt, sondern auch, weil eisenhaltige Exponate bei zu großer Luftfeuchtigkeit rosten. „Die Luftfeuchtigkeit sollte unter 40 Prozent bleiben“, sagt Will. Elektroleitungen müssen erneuert und eine energetische Sanierung durchgeführt werden.

Der Hof, der das Archäologische Museum vom Museum für Grenzgänger trennt, soll nicht komplett, sondern nur zum Teil überdacht oder mit einem Pavillon versehen werden. So will man auch Veranstaltungen innerhalb der Museumspädagogik ermöglichen, die mit Feuer zu tun haben. Der Keller soll weiterhin nutzbar sein, das Erdgeschoss auch Platz für Gruppen, für Kurse und Vorträge bieten. Die Museumspädagogik wird ebenfalls weiterhin einen Platz in der Schranne haben.

Die inhaltliche Gestaltung lehnt sich an das Leitmotiv „Grenzen“ an, Bezug nehmend auf das Museum für Grenzgänger, aber anders interpretiert. Wie Will erklärt, werden einige der derzeitigen Exponate wieder verwendet, neue kommen hinzu. Das Keltengrab etwa wird es in dieser Form nicht mehr geben.

Gestaltung von Themeninseln

Themeninseln sollen geschaffen werden, so das ungefähre Ausstellungskonzept, das bei einem Rundgang chronologisch von der Urzeit bis ins Mittelalter führt. Gegensätze werden dargestellt wie Jäger und Sammler, Ackerbauer und Nomaden. Wie sind die Vorstellungen vom Jenseits und wie beeinflussen sie Kultur und Bestattungsweisen? Auch das gehört zu den Themen, mit deren Ausarbeitung die Firma „SPACE 4“ in Stuttgart beauftragt wurde, die auf derartige Konzepte spezialisiert ist.

Für Museumsdirektor Andreas Rottmann hat ein schwieriges Jahr begonnen, denn er weiß nicht, wie weit er noch planen kann. Er freut sich aber auf die Neugestaltung. „Je eher sie beginnt, desto besser.“ Wer die interessanten Fundstücke der Dauerausstellung noch einmal sehen will, sollte einen Besuch in den nächsten Monaten einplanen. Sobald nach der Planungsphase die Praxis beginnt, müssen alle Exponate verpackt und nach München zur Einlagerung transportiert werden. Die Archäologische Staatssammlung rechnet damit innerhalb dieses Jahres – genaueres lässt sich nicht sagen. Immerhin gibt es mit dem Zweigmuseum in Weißenburg noch eine andere Baustelle, für das dortige Römermuseum sind die Planungen schon weiter fortgeschritten.

Neues Konzept: Den Nachbau des Grabs eines keltischen Fürsten wird es in dieser Form nach dem Umbau des Museums …
Umbaupläne: Der Innenhof, die Verbindung der zwei Museen, soll zum Teil überdacht werden.