Sanierung des Archäologischen Museums Schranne

BAD KÖNIGSHOFEN
Sanierung der Schranne für zwei Millionen
Hanns Friedrich
11. Dezember 2015
16:05 Uhr
Aktualisiert am:
17. Dezember 2015
03:42 Uhr

Wird für viel Geld saniert: das Museum Schranne. Foto: Hanns Friedrich

Zweites großes Thema der Stadtratssitzung war die Sanierung des Archäologischen Museums Schranne.

Bürgermeister Thomas Helbling berichtete, dass Anfang dieses Jahres vom Architekturbüro „Space4“ aus Stuttgart und von Professor Rupert Gebhard, Direktor der Archäologischen Staatssammlung in München, entsprechende Planungen vorgelegt worden waren. Es sei klar, dass das in den 1980ern eröffnete Museum in die Jahre gekommen sei.

Erste Überlegungen zur Sanierung seien dahin gegangen, die Städtebauförderung und auch das europäische Förderprogramm „Leader“ in Anspruch zu nehmen. Der voraussichtliche Fördersatz der Städtebauförderung beträgt 80 Prozent bei einer Bausumme von rund zwei Millionen Euro. Die Kosten für die über „Leader“ geförderte Innenausstattung für das Projekt „Zentrum für Kultur, Jugend und Bildung“ sind mit einem Maximalbetrag von 400 000 Euro angesetzt. Der genaue Fördersatz ist noch nicht klar, wobei eine Kostenaufteilung unter allen Beteiligten wahrscheinlich ist.

Im Haushalt 2015 waren für die Sanierung des städtischen Museums bisher 35 000 Euro Planungskosten angesetzt. In der Finanzplanung für die Jahre 2016 und 2017 sind die Kosten für das Vorhaben, bei einer voraussichtlichen Darlehensaufnahme von einer Million Euro, bisher mit 2,4 Millionen Euro angesetzt.

Aufgrund dieser relativ hohen Summen war unklar, ob, und wenn ja, wie, das Projekt umgesetzt werden kann. Während einige Mitglieder die Kultur und die Bedeutung des Museums in den Vordergrund stellten und die Maßnahme befürworten, vertreten andere die Ansicht, dass eine derartige Maßnahme für die aktuelle Finanzlage der Stadt nicht umsetzbar sei. Dabei ging es vordergründig auch nicht nur um die Höhe der Eigenmittel, sondern auch um mögliche Steigerungen bei den Folgekosten in den nächsten Jahren.

Man könne es der Bevölkerung nur schwer erklären, dass an kleineren, weitaus kostengünstigeren Positionen gespart und dafür ein solches Großprojekt umgesetzt wird.
Unzureichend informiert

Die Folgekosten würden sich Stadt und Landkreis Rhön-Grabfeld teilen. Wie hoch diese sind, sei nicht absehbar. Allein die vorgeschriebene technische Überprüfung eines Aufzugs würde jährlich mit einigen hundert Euro zu Buche schlagen. Anton Fischer sagte dazu, dass er die Sanierung zunächst sehr skeptisch gesehen habe, nun aber optimistisch in die Zukunft blicke. Er bat eindringlich darum, künftig den Stadtrat von Anfang an in die Vorgespräche mit einzubinden. „Hätten wir von Anfang an einiges gewusst, wäre die Entscheidung sicher leichter gefallen.

Zweiter Bürgermeister Philipp Sebald betonte weiter, dass es wichtig sei, das Museum mehr als bisher zu vermarkten. Gerade Fremdenverkehr und Kur müssten mehr eingebunden werden. „Hier gilt es, künftig den Hebel vermehrt anzusetzen, um die Besucherzahlen wieder zu steigern.“

Das Gremium beschloss einstimmig die Sanierung des Museums – unter dem Vorbehalt der Zusage der höchstmöglichen Fördersätze. Die Kosten für die Innenausstattung sollen 100 000 Euro nicht übersteigen.