Ihr erinnert Euch noch?

Paulomus ist eine Museumsmaus. Museumsmäuse sind sehr gebildet und zugleich sehr klein. Paulomus ist nämlich lateinisch und heißt „kleine Maus“. Paulomus ist am Museumstag in das Archäologische Museum in der Schranne eingezogen, weil er gehört hat, dass es dort etwas über „Kommunikation“ zu lernen gibt. Die schlaue Maus mag das Wort sehr gerne, weil das was mit anderen Mäusen oder Leuten zu tun hat. Wie enttäuscht war sie dann, als sie lesen musste „Wegen Corona geschlossen“. Tja, wie kann nun eine wissbegierige Museumsmaus in der Schranne was über Kommunikation lernen, wenn niemand da ist?

Mit Paulomus und zehn jungen Abenteurern zwischen 4 und 11 Jahren haben wir am letzten Sonntag online eine Geschichte erfunden und gemalt, die den Anfang der großen Abenteuer eine kleinen Maus im Museum beschreiben.

Dabei waren: Johanna, Magdalena, Alina, Jona, Annina, Ava, Paul, Bonsa und Ibsaddin.

Zunächst einmal haben wir herausgefunden, wie Paulomus wohl aussieht und was er alles dabeihat. Die Kinder haben tolle Portraits von der klugen und wissbegierigen Maus gemalt.

   

Paul hat seiner Maus eine besonders spitze Nase gemalt. Mit dieser Nase kann sich Paulomus überall durchgraben und Gänge bauen. So sind wir ins Museum gekommen!

 

Die erste Begegnung im Museum ist gleich wirklich rätselhaft. Ein Männchen aus Stein (oder Ton?) hält der Maus eine große, leere Schale entgegen. Soll Paulomus etwas hinein werfen?

Das Männchen sieht sehr alt aus. Paulomus macht mit seinem Handy ein Foto und sendet es an die Zentrale der Museumsmäuse. Eine Analyse kommt promt zurück: Das Männchen stammt aus dem Mittelalter und war dazu da, die Götter damals zu erinnern, dass Menschen gerne viel zu essen haben. Toll, sowas gefällt der Museumsmaus. Die Kinder geben der Figur den Namen „Schalenmännchen Peter Steini“. Peter Steini hat Paulomus bzw. der Zentrale der Museumsmäuse seine Geschichte erzählt ohne zu sprechen. Er hat „nur“ durch sein Material, seine Umgebung und seine Geste kommuniziert. Die Kinder sind erstaunt – Kommunikation ist also mehr als Sprechen.

Durch das Gespräch mit Peter hat Paulomus gemerkt, dass er auch gerne etwas zu esse und zu trinken hätte – seine Vorräte sind aufgebraucht.

Als er sich gerade umschauen will, hört er Schritte. Ein Mensch! Zu Coronazeiten – Im Museum?

Es ist die Putzfrau, die zum Saubermachen kommt. Hurra! Paulomus ist ein bisschen müde von der langen Reise und nimmt unten im Wagen der Putzfrau Platz.

 

Sie fährt in einen Teil des Museums, in dem die Gegenstände gar nicht mehr so mittelalterlich aussehen. Die Putzfrau bleibt vor einer Maschine stehen und holt einen Becher mit Getränk heraus. Als sie sich wegdreht schaut Paulomus sich das Gerät näher an. Die Kinder glauben zunächst, dass er einen Teil von einem Auto oder Zug sehen kann. Johanna liefert endlich den richtigen Hinweis. Es ist eine Kaffeemaschine! Und die Uhr an der Maschine zeigt nicht die Zeit, sondern wieviel Kaffee rauskommt und wie heiß das Wasser ist, wissen Bonsa und Ibsaddin. Gar nicht so leicht alles zu verstehen, wenn Gegenstände kommunizieren … für die Maus und auch für die Kinder, die das Abenteuer durch die Augen der Maus erleben.

Paulomus zückt seien Lupe und betrachtet durstig die Tasse mit dem dampfenden Kaffee … wie kommt er jetzt an etwas zu trinken?

Schließlich stellt er sich einfach auf die Hinterbeinchen und nimmt einen großen Schluck warmen Kaffee aus dem Becher der Putzfrau. Ah … das tut gut.

Gerade fühlt er seine Lebensgeister zurückkehren, da hört er einen gellenden Schrei. Die Putzfrau hat ihn entdeckt und will ihren Kaffee offensichtlich nicht mit ihm teilen. Sie regt sich sogar ganz furchtbar auf und schlägt mit ihrem Besen nach ihm. Diese Art der Kommunikation ist etwas deutlicher als von den Objekten.

  

Durch den Schreck und den Koffein-Schub ist Paulomus ganz hibbelig. Mäuse vertragen Kaffee nämlich genauso schlecht, wie Kinder, weiß Jona. Unsere Museumsmaus rennt wie wild zwischen den Vitrinen umher, sie verpasst eine Kurve, fliegt aus der Bahn und knallt gegen eine Vitrine. Klirr, klapper, schepper – er hat die Vitrine mit den alten Münzen erwischt, die ihm jetzt auf den Kopf regnen. Autsch!

Auf den Kopf gefallen

Immerhin hat er die Putzfrau abgehängt. Ganz beduselt, denkt Paulomus daran, dass es ganz schön gefährlich ist, allein im Museum. Etwas getrunken hat er ja jetzt, aber er hat noch immer soooo Hunger! Kurz denkt er daran eine der Münzen zu nehmen und einen Snackautomaten im Museum zu suchen, aber er ist zu schwach. Also beißt er einfach in eine der Münzen in der Hoffnung, dass es ein Schokoladentaler ist, aber … Autsch!, nein … jetzt hat der arme Paulomus nicht nur einen Koffein-Flash und lauter Beulen … er hat sich auch noch einen Zahn ausgebissen!

Arme Maus! Einige Kinder, die die Geschichte mit erfinden sind ein bisschen schadenfroh, anderen tut Paolomus leid. Zumindest kann er einige Münzen in seine Forschertruhe packen und mitnehmen, somit ist er eine arme und eine reiche Maus zugleich. Paul weiß außerdem, dass Zähne von Nagetieren das ganze Leben weiterwachsen … die Chancen stehen nicht schlecht, dass Paulomus ein neuer Zahn wächst.

Auf jeden Fall beschließen wir zusammen, dass Poaulomus jetzt endlich was zu Essen verdient hat und seine nächste Station ist der große Mahlstein aus der Steinzeit. Die Kinder wissen genau, wie man die Steine aufeinander reiben muss, um aus dem Getreide Mehl zu mahlen. Paulomus isst die Körner lieber ganz. Gott sei dank, sind die Körner nicht aus der Steinzeit und schmecken ganz gut. Endlich ist Paulomus satt und ruht sich etwas aus.

Nach einem stärkenden Schläfchen, ist Paulomus zu neuen Abenteuern bereit!

Er fräßt sich mit seiner spitzen Nase in eine Vitrine, die spannend aussieht. Darin sind lauter Knochen! Als erstes denkt Paulomus natürlich, dass er einen Dinosaurier gefunden hat!

Dann liest er das Museumsschild „Ältester Bauer des Grabfeldes“ steht da. Aha, also gehören die Knochen zu einem sehr alten Menschenskelett. 7500 Jahre steht auf dem Schild … also sowas wie ein menschlicher Dinosaurier.

Paulomus sucht ein paar kleine Knochen, von denen es gar nicht auffällt, wenn sie weg sind von den Rippen und von den Zehen. Er will sie später in Ruhe erforschen … besonders interessieren ihn die gestorbenen Bakterien in den Knochen. Paulomus hat unterdessen nicht gemerkt, dass er durch sein Eindringen in die Vitrine einen Alarm ausgelöst hat. Als plötzlich die Polizei ins Museum stürmt, verzeiht sich Paulomus schnell in sein Mauseloch!

Die Polizei sucht eine Weile aufgeregt nach dem Einbrecher. „War das nur ein Streich?“ schimpft einer, „Oder ein falscher Alarm“ versucht ihn der andere zu beruhigen. Etwas missmutig und unter Spekulationen zischt die Polizei wieder ab. Paulomus ertappt sich bei dem Gedanken, dass er nun gar nicht mehr traurig sooo, traurig ist, dass das Museum zu hat … die Menschen, die er bislang im Museum getroffen hat, waren ziemlich stressig!

Er schlendert eine bisschen durch die Stockwerke und entdeckt ganz unter ein spannendes Schild: „Unterirdischer Gang – Verbindung zum Museum für Grenzgänger“. Aha … was zum Geier sind Grenzgänger? Paulomus steckt seine spitze Nase in den Gang und wagt sich einige Meter vor. Schon eine wenig gruselig hier! Plötzlich fliegt ihm eine Maus mit Flügeln fast ins Gesicht! Es ist eine Museumsfledermaus, die Kinder haben sie „Kolobri“ getauft.

 

 

Paulomus beginnt ein Liedchen aus seiner Heimat zu Pfeifen, um sich eine wenig zu beruhigen.

Wie ein Echo hört er auf einmal, wie ihm die gleiche Melodie aus dem Gang entgegenpfeift. Dieses Museum ist wirklich voller Mysterien.

Doch was sehen seine Mauseaugen da? Eine bildschöne Museumsmauskollegin kommt ihm aus dem Dunkel entgegengetrippelt. Sie hat fast die gleiche Ausstattung dabei wie er, trägt aber einen pink-blauen Mantel. Ihr Name ist Milena.

Keiner von beiden wusste, dass die Zentrale für Museumsmäuse jeweils eine Maus in die beiden Museen in der Schranne eingeschleust hatte. Was für ein wunderbarer Zufall, dass sie so schnell zusammen in den unterirdischen Gang gelangt sind, finden die beiden.

Milena hat auch einen Medizinkoffer dabei und verarztet den etwas verbeulten Paulomus mit ihrer Medizin. Dabei kommen sich die Mäuse sehr nahe und schauen sich tief in die Augen ….

Beim nächsten Mal können wir zusammen erfinden und erleben, was Milena und Paulomus gemeinsam zwischen dem Archäologischen Museum und dem Museum für Grenzgänger erleben und als althistorische Maus und neu historische Museumsmaus voneinander lernen können …

 

KursteilnehmerInnen:

  1. Johanna Dietz, 11 Jahre
  2. Magdalena Dietz, 8 Jahre
  3. Alina Schmitt, 9 Jahre
  4. Jona Klinner, 7 Jahre
  5. Annina May, 9 Jahre
  6. Ava Schöneberg, 4 Jahre
  7. Paul Schöneberg, 8 Jahre
  8. Bonsa Waliyi, 9 Jahre
  9. Ibsaddin Waliyi, 6 Jahre

 

Wie sieht „Paulomus“ aus und was hat er dabei?

Hat eine Brille und einen Hut

Notizbuch und Stifte + Radiergummi

Regenmantel Gelb

T-Shirt

Truhe, um Fundstück zu sammlen

Rucksack mit Essen und einer Flasche Wasser

Handy für Fotos und um mit der Museumsmauszentrale zu kommunizieren.

Lupe

Landkarte

Kompass

Glücksbringer als Schlüsselanhänger oder Kuscheltier

Ein Schnupperangebot im Rahmen des Projekts “Schranne³ – Vielfalt öffnet Welten”